KINDERGARTEN NEUBAU

Neubau Kindertagesstätte für die Freie Waldorfschule Überlingen

Der bisherige Waldorfkindergarten war in Bestandsgebäuden auf dem Gelände der Freien Waldorfschule Überlingen untergebracht. Die ca. 35 Jahre alten Gebäude entsprachen bautechnisch und funktional nicht mehr den aktuellen Anforderungen und sollten durch Neubauten ersetzt werden. Neben den bestehenden auf 4 Gruppen verteilten Kindergartenplätzen wurde auch die Realisierung 2 neuer Krippengruppen gewünscht. Die Kindertagesstätte sollte dabei in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem ebenfalls neu zu errichtenden Werkgebäude (HBK) östlich des großen Schulgebäudes zu liegen kommen. Nach einem intensiven Auswahlverfahren wurde das Planungsteam im Mai 2011 mit der Erarbeitung der Planungen beauftragt.

Das Konzept des Kindergartenneubaus basiert auf folgenden wesentlichen Ansätzen:

  • Respekt vor dem bestehenden Gebäude der Freien Waldorfschule mit seiner hohen Plastizität und Gestaltqualität;
  • Einfügen in die topographischen Gegebenheiten der Osthanglage: Aufbau eines von Osten ansteigenden „Vorgebirges“,
  • Kindertagesstätte als erdnahes („Mutter Erde“),
  • möglichst eingeschossiges Gebäude mit schützender und abschirmender Wirkung gegenüber dem Schulbetrieb und Verkehr sowie
  • Bildung eines Ensembles mit dem neu zu planenden Werkgebäudes einschließlich der Ausformulierung eines mit diesem gemeinsamen Werkhofes.

Darüber hinaus wurde die klare Gliederung der Funktionsbereiche in primäre Bereiche (Krippe, Gruppen) und in sekundäre Bereiche (Garderoben, Waschräume, Küche, Verwaltung, etc.) sowie eine zentrale Halle/Aula als Mulitfunktionsbereich vorgeschlagen. Die Nutzung weicher,
organischer und spielerischer Formen und Raumsequenzen dient der Stimulation und Förderung des Form- und Raumerlebens der Kinder bis 6 Jahre.

Im Süden des Gebäudes liegen die jeweils zu 2 Gruppenräumen gruppierten 4 Kindergartengruppen. Dazwischen liegt der ins Freie führende Gang. Die funktional vom Kindergartenbereich abgetrennten 2 Krippengruppen liegen im Norden des Gebäudes und verfügen über einen eigenen Eingang.
Innerhalb der beiden Gebäudeteile sind die jeweils primären Bereiche (Gruppenräume, Mehrzweckraum) durch gesonderte Dachformen herausgehoben und thematisiert. Das große geschwungene Dach vereint alle erdgeschossigen Funktionen unter einem Dach und bildet
quasi als Vorgebirge den Auftakt für die Gesamtanlage (Kindertagesstätte und Werkgebäude).

Das Gebäude wurde als Massivbau (Stahlbetonstrukturen, verputztes Mauerwerk) mit Holzdachstuhl konstruiert. Die primären Funktionsbereiche wurden als gewölbte Blechdächer geplant, die übrigen Bereiche sind als Flachdächer mit extensiver Begrünung ausgeführt.

Aufgrund der Förderung des Neubaus mit öffentlichen Mitteln durch die Stadt Überlingen mussten die Bauleistungen gemäß den entsprechenden Vergaberegeln ausgeschrieben und vergeben werden. Dennoch konnten dabei erfreulicherweise eine große Anzahl lokaler und regionaler Firmen eingebunden werden. Diese haben von September 2012 bis April 2014 mit großem Engagement und trotz eines frühzeitigen und langanhaltenden Winters im Jahreswechsel
2012/2013 überwiegend hervorragende und mängelfreie Bauleistungen ausgeführt. An dieser Stelle sei allen beteiligten Planern und Baufirmen und allen voran dem Bauherren für die große Mitwirkung bei der Entstehung eines besonderen Bauwerks gedankt.

Matthias Kruppa

Matthias Kruppa Architektur GmbH •
Wiesenstraße 16 • D-82239 Alling • www.matthias-kruppa.de